Ihr Wahlplakat – Wo ist vorwärts, Herr Bürgermeister?
Vorhin habe ich erstmalig Ihr Wahlplakat gesehen – auf Halbmast vor Netto. Symptomatisch. Der Bürgermeister vor dem Münster. Schönes Motiv. Leider haben Sie an dessen hervorragendem Zustand und an dessen Attraktivität keinen Anteil. Das ist das Ergebnis der Arbeit der Kirchgemeinde und des Klostervereins und vieler engagierter Bürger und Besucher der Stadt.
Sie hätten sich schräg von oben mitten auf dem Marktplatz fotografieren lassen sollen. Aus dem Neubau gegenüber dem alten Rathaus. Dieser Art sind die Beispiele in der Stadtentwicklung, mit denen Sie sich schmücken können.
Und Ihr Slogan: Damit es weiter vorwärts geht. Verstehe ich nicht. Wo ist vorwärts? Können wir das das noch vor der Wahl erfahren? Mich können Sie seit Wochen nachlesen.
“Damit es weiter vorwärts geht”? Wenn man mit Leuten spricht, die nur ab und zu in Bad Doberan sind, ist der Ausdruck „Dornröschenschlaf“ noch die nettere Formulierung!
Sie haben Recht: Ich wollte auch die Biografien der Kandidaten recherchieren aber die SPD-Seiten sind sehr verworren, sodass selbst wenn eine existiert, ich sie nicht finde. Parteiprogramm genauso. schade eigentlich. Aber den Bürgermeister zu kritisieren, dass es nicht vorwärts geht, damit bin ich nicht einverstanden. Jeder Stadtvertreter kann Beschlussvorlagen einbringen, die die Stadt vorwärts bringen und was die Stadtvertreter gemeinsam beschließen, muss der Bürgermeister ausführen, sofern nicht rechtliche Dinge dagegen sprechen. Wenn der Bürgermeister nichts auszuführen hat, dann wohl eher, weil die Stadtvertreter nichts beschlossen haben, sondern lieber noch ein paar Monate drüber reden wollen. Auch der neue Bürgermeister wird mit denselben Stadtvertretern zu tun haben – der Bürgermeister macht ja noch keine Stadt. Und auch er wird irgendwann bestimmte BV nicht mehr einreichen und bestimmte Träume nicht mehr träumen, weil er einfach damit nicht durch kommt. Er kann die Menschen nicht ändern. Er kann immer nur das Beste für die Stadt und seine Bürger bei geringstmöglicher Reibung mit Stadtvertretern und Kritikern realisieren. Ich beneide keinen um dieses Amt. Aber ich werde gern mal so gegen Mitte der Amtszeit an die Versprechen erinnern
Nun, Fritz Reuter hat einmal gesagt: “Nimm di nicks vör, dann slegt dir nicks fehl.” – vielleicht gibt es darum kein SPD-Bürgermeisterprogramm?
Hallo Herr Dostal, das Rathaus ist der einzige Ort in Bad Doberan, wo sowohl Menschen als auch Zeit vorhanden sind (sein sollten), um Konzepte zu entwickeln und Umsetzungen zu konzipieren. Da macht es wenig Sinn, wenn Stadtvertreter als Hobby-Stadtplaner Stege entwerfen, Rundwege konzipieren, Brunnen bauen wollen.
Der Bürgermeister hat es zumindest in der Hand, seine Beschlussvorlagen qualitativ gut auszuarbeiten. Wenn er es denn kann und will – siehe beispielsweise das kürzlich vorgelegte Ehm-Welk-Haus-Konzept. ….
Inzwischen hat der Bürgermeister eine eigene Internetseite. Als Bürgermeister BV einzubringen, die aussichtslos sind, weil es Leute gibt, die grundsätzlich alles ablehnen oder zerreden, was der von ihnen ungliebte Bürgermeister einbringt, mag sinnlos erscheinen. Ich sage ja: Es reicht nicht, den BM auszutauschen. Aber dieses Jahr ist nun einmal nur der Posten dran. Ich mag da ja falsche Vorstellungen haben aber ich sehe zwei Möglichkeiten für brauchbare Ergebnisse: 1. Als Stadtvertreter auf Profis zurückgreifen, bevor man eine BV einbringt (ganz unten in der Demokratie leider nicht so einfach, wie bei Land und Bund)oder 2. eine BV einbringen und gemeinsam den Bürgermeister beauftragen, daraus zusammen mit Profis ein Konzept zu machen. Wenn man den BM nicht gerade mit der Quadratur des Kreisers beauftragt, sollte das möglich sein. Aber es liegt natürlich auch am Bürgermeister selbst, wie und ob er das Konzept ausarbeitet und die SVV beteiligt. Das ist momentan das größte Problem: SVV beauftragt BM und dann ist erst einmal Ruhe, bis der BM sein Konzept vorlegt und dann geht das Geschrei los. Ließe sich verhindern, wenn die SVV in die Konzeptentwicklung mit einbezogen würde. Dann aber gibt es Leute, die sich damit überfordert fühlen und gern hätten, dass der BM die Konzepte ausarbeitet und die Stadtvertreter in ihrer Freizeit in Ruhe lässt – sh. Herr Klink. Wo ist also der Mittelweg zwischen Beteiligung und Alleingang – Überforderung und Ignoranz – Demokratie und Diktatur? Der muss ab nächste Woche gefunden werden – egal, von wem.